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Hunde impfen: Welche Impfungen Ihr Hund braucht und warum

Welche Impfungen braucht ein Hund, wann werden Welpen geimpft und wie oft muss aufgefrischt werden? Ein Überblick nach der Leitlinie der StIKo Vet.

Von der Redaktion heiltierarzt.deÜberarbeitet am 26. September 2026

Brauner Shar-Pei-Welpe sitzt auf einem Behandlungstisch, eine Person im weißen Kittel setzt ihm eine Spritze in den Rücken

Kaum ein Thema sorgt unter Hundehaltern für so viel Unsicherheit wie das Impfen. Braucht mein Hund wirklich jedes Jahr eine Spritze? Warum so viele Termine beim Welpen? Und was ist mit den Nebenwirkungen, von denen man im Internet liest? Die gute Nachricht: Auf die meisten dieser Fragen gibt es heute klare, gut begründete Antworten.

In Deutschland erarbeitet die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut die fachlichen Empfehlungen. Ihre Leitlinie zur Impfung von Kleintieren liegt seit Januar 2025 in der 6. Auflage vor und wird von Fachleuten aus mehreren tierärztlichen Hochschulen und der Praxis gemeinsam verfasst. Sie ist nicht rechtsverbindlich, gilt aber als maßgebliche Orientierung für Tierärztinnen und Tierärzte. Ihr Grundsatz lautet: jedes einzelne Tier so oft impfen wie nötig – und so viele Tiere wie möglich, damit die Krankheiten in der gesamten Hundepopulation selten bleiben.

Dieser Artikel erklärt, welche Impfungen für jeden Hund empfohlen werden, welche nur in bestimmten Lebenslagen sinnvoll sind und wie Sie das Impfgespräch mit Ihrer Tierarztpraxis gut vorbereiten. Er ersetzt dieses Gespräch nicht: Welche Impfung Ihr Hund konkret bekommt, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt nach einer Untersuchung.

Core und Non-Core: zwei Arten von Impfungen

Die StIKo Vet teilt Impfungen in zwei Gruppen ein:

  • Core-Impfungen (Pflichtkomponenten im fachlichen Sinn): Gegen diese Krankheiten sollte jeder Hund zu jeder Zeit geschützt sein, egal wie er lebt.
  • Non-Core-Impfungen (Wahlkomponenten): Sie werden nur unter bestimmten Bedingungen empfohlen – etwa bei viel Kontakt zu anderen Hunden, bei Reisen oder in der Zucht.

Für Hunde zählen nach der aktuellen Leitlinie Parvovirose, Staupe und Leptospirose zu den Core-Impfungen. Die Hepatitis contagiosa canis (ansteckende Leberentzündung) ist durch jahrzehntelanges Impfen in Westeuropa sehr selten geworden und gilt deshalb nicht mehr als unbedingte Core-Impfung. Die meisten Kombinationsimpfstoffe enthalten sie aber weiterhin, sodass Ihr Hund in der Regel trotzdem mit geschützt ist.

Die Core-Impfungen im Einzelnen

Parvovirose

Die Parvovirose ist eine schwere Darmerkrankung, die vor allem junge Hunde trifft: blutiger Durchfall, Erbrechen, rascher Flüssigkeitsverlust. Das Virus ist laut StIKo Vet außerordentlich widerstandsfähig und bleibt über Wochen und Monate in der Umgebung ansteckend. Es kann an Schuhsohlen oder Kleidung ins Haus getragen werden – ein direkter Kontakt zu einem kranken Hund ist also nicht nötig. Die Lebendimpfstoffe schützen zuverlässig und lange.

Staupe

Staupe ist eine Viruserkrankung, die Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Nervensystem befallen kann. Dank konsequenter Impfung ist sie bei Hunden in Deutschland selten geworden. In Regionen mit geringer Impfbereitschaft ist sie aber nach wie vor ein Problem, und das Virus kommt auch bei Wildtieren vor. Auch hier bieten Lebendimpfstoffe einen langjährigen Schutz.

Leptospirose

Die Leptospirose, früher auch „Stuttgarter Hundeseuche“ genannt, wird von Bakterien verursacht. Mäuse, Ratten und Wildschweine scheiden sie mit dem Urin aus; in stehenden oder langsam fließenden Gewässern und in Pfützen überleben die Erreger oft wochenlang. Wer seinen Hund baden oder aus Pfützen trinken lässt, kennt die typische Ansteckungsgelegenheit. Die Erkrankung kann Nieren und Leber schwer schädigen. Wichtig zu wissen: Leptospirose ist eine Zoonose, sie kann also auch Menschen krank machen.

Anders als bei Parvovirose und Staupe hält der Impfschutz hier nicht jahrelang. Die StIKo Vet empfiehlt deshalb eine jährliche Auffrischung und Impfstoffe, die gegen möglichst viele Varianten (Serovare) des Erregers schützen – in Deutschland werden bei erkrankten Hunden heute vor allem Serovare nachgewiesen, die in älteren Zweifach-Impfstoffen nicht enthalten waren.

Der Impfplan für Welpen

Welpen bekommen mit der Muttermilch Antikörper ihrer Mutter mit. Diese sogenannten maternalen Antikörper schützen in den ersten Lebenswochen – sie fangen aber auch den Impfstoff ab, solange sie noch vorhanden sind. Wie lange das der Fall ist, lässt sich beim einzelnen Welpen kaum vorhersagen. Deshalb wird mehrmals im Abstand von einigen Wochen geimpft: Irgendeine dieser Impfungen trifft den Zeitpunkt, an dem die mütterlichen Antikörper abgebaut sind und das eigene Immunsystem übernimmt.

Die StIKo Vet empfiehlt folgendes Grundschema für die Core-Impfungen:

Alter Core-Impfungen Was dahintersteckt
8 Wochen Parvovirose, Staupe, Leptospirose meist noch beim Züchter; Leptospirose am besten gleich mit einem Vierfach-Impfstoff
12 Wochen Parvovirose, Staupe, Leptospirose zweite Leptospirose-Impfung; ab jetzt ist auch die Tollwutimpfung möglich
16 Wochen Parvovirose, Staupe fängt Welpen ab, deren mütterliche Antikörper lange vorhanden waren
15 Monate Parvovirose, Staupe, Leptospirose schließt die Grundimmunisierung ab
danach Leptospirose jährlich; Parvovirose und Staupe im Abstand von 3 Jahren oder nach Antikörperbestimmung Wiederholungsimpfungen

Als Grundimmunisierung gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren. Zwei Punkte sind in der Praxis besonders wichtig:

Die Impfung in der 16. Woche nicht auslassen. Wurde sie versäumt, rät die StIKo Vet, im ersten Lebensjahr Antikörper gegen Parvovirose und Staupe bestimmen zu lassen oder noch einmal zu impfen.

Beim Züchterwechsel den Impfstoff im Blick behalten. Die Leptospirose-Impfung braucht zwei Gaben, und die Impfstoffe verschiedener Hersteller unterscheiden sich in ihren Bestandteilen. Nehmen Sie deshalb den Heimtierausweis oder Impfpass vom Züchter mit zum ersten Termin, damit in der Praxis sichtbar ist, womit bereits geimpft wurde.

Schwarzer Labrador-Welpe steht auf weißem Untergrund, zwei Hände in blauen Einmalhandschuhen setzen eine Spritze in die Haut am Rücken
Ein Welpe bekommt eine Spritze unter die Haut am Rücken.

Mehr zum Alltag rund um die ersten Impftermine – vom Transport zur Praxis bis zur Frage, wann der Welpe andere Hunde treffen darf – finden Sie im Ratgeber Welpen impfen auf welpenknigge.de.

Und wenn der Hund schon älter ist?

Ein Hund aus dem Tierschutz oder ohne Impfnachweis muss nicht das ganze Welpenprogramm nachholen. Ab der 16. Lebenswoche sind in der Regel keine mütterlichen Antikörper mehr vorhanden. Dann reicht laut StIKo Vet bei Lebendimpfstoffen meist eine Impfung, bei inaktivierten Impfstoffen (wie gegen Leptospirose) sind zwei Impfungen im Abstand von 3–4 Wochen nötig. Eine weitere Impfung ein Jahr später schließt die Grundimmunisierung ab.

Wie oft muss aufgefrischt werden?

Die früher übliche Praxis, „alles einmal im Jahr“ zu impfen, entspricht nicht mehr dem Stand des Wissens. Nach abgeschlossener Grundimmunisierung gilt laut StIKo Vet:

  • Leptospirose: jährlich, weil der Schutz nicht länger anhält.
  • Parvovirose und Staupe: im Abstand von drei Jahren. Die Hersteller geben in ihren Gebrauchsinformationen je nach Impfstoff ein bis drei Jahre an.
  • Hepatitis contagiosa canis: ebenfalls im Abstand von drei Jahren, meist im Kombinationsimpfstoff.

Der jährliche Termin in der Praxis bleibt trotzdem sinnvoll. Zum einen wegen der Leptospirose, zum anderen, weil vor jeder Impfung eine Untersuchung stattfindet. Viele Veränderungen – an Zähnen, Herz, Gewicht oder Haut – fallen genau bei diesem Termin auf.

Antikörper bestimmen statt impfen?

Die StIKo Vet weist darauf hin, dass die meisten erwachsenen Hunde in Deutschland noch Antikörper gegen Parvovirose und Staupe haben, auch wenn die letzte Impfung Jahre zurückliegt. Eine weitere Impfung bringt diesen Hunden keinen zusätzlichen Nutzen. Bei Parvovirose, Staupe und Hepatitis contagiosa canis kann deshalb eine Antikörperbestimmung im Blut („Titerbestimmung“) die Entscheidung über die nächste Wiederholungsimpfung stützen.

Für die Leptospirose gilt das nicht: Nach der WSAVA-Leitlinie von 2024 sagen Antikörper gegen Leptospiren deutlich weniger zuverlässig etwas über den Schutz aus, hier bleibt es bei der jährlichen Impfung. Sprechen Sie Ihre Praxis gezielt an, wenn Sie eine Titerbestimmung wünschen. Sie kann zum Beispiel bei älteren Hunden oder nach einer früheren Impfreaktion sinnvoll sein. Fragen Sie dabei auch nach den Kosten und danach, ob die Probe in ein Labor geht – ein Labortest gilt als zuverlässiger als ein Schnelltest in der Praxis.

Non-Core-Impfungen: je nach Lebenslage

Die folgenden Impfungen empfiehlt die StIKo Vet nicht für jeden Hund, sondern abhängig von Haltung, Wohnort und Reiseplänen:

  • Zwingerhusten (Parainfluenza und Bordetella): für Hunde mit viel Kontakt zu Artgenossen, etwa in Welpengruppen, Hundeschulen, Pensionen oder Tierheimen. Die Impfstoffe mildern die Beschwerden, verhindern die Ansteckung aber nicht. Die Parainfluenza-Impfung sollte spätestens vier Wochen vor der absehbaren Ansteckungsgefahr erfolgen. Manche dieser Impfstoffe werden in die Nase gegeben; geimpfte Hunde können den Impfstamm eine Zeit lang ausscheiden, was für Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem relevant ist.
  • Lyme-Borreliose: für Hunde, die sich häufig in Wald und Gebüsch aufhalten. Die Impfung ersetzt keinen wirksamen Zeckenschutz. Nur ein Teil der infizierten Hunde erkrankt überhaupt.
  • Leishmaniose: nur für Hunde, die in Mittelmeerregionen leben oder dorthin mitreisen. Der Schutz vor den übertragenden Sandmücken bleibt auch mit Impfung unverzichtbar.
  • Canines Herpesvirus: ausschließlich für Zuchthündinnen rund um Deckakt und Trächtigkeit, nicht für Rüden oder Welpen.
  • Hautpilz (Dermatophytose): nur in Ausnahmefällen bei hartnäckigen, immer wiederkehrenden Infektionen.

Tollwut: kein Muss mehr, aber oft trotzdem sinnvoll

Deutschland gilt seit 2008 offiziell als frei von der Fuchstollwut. Die StIKo Vet führt die Tollwutimpfung deshalb seit 2022 nicht mehr als Core-Impfung. Das heißt aber nicht, dass sie überflüssig ist:

  • Reisen: Wer mit seinem Hund in ein anderes EU-Land fährt, braucht nach EU-Recht einen Mikrochip, einen EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung. Der Chip muss vor der Impfung gesetzt sein, der Hund bei der ersten Impfung mindestens 12 Wochen alt sein, und nach der Erstimpfung gilt eine Wartezeit von 21 Tagen bis zum Grenzübertritt. Einige Länder verlangen zusätzlich eine Bandwurmbehandlung, manche Staaten außerhalb der EU einen Antikörpernachweis. Prüfen Sie die aktuellen Regeln rechtzeitig, etwa auf der EU-Seite zum Reisen mit Haustieren.
  • Tollwutverordnung: Hat ein ungeimpfter Hund Kontakt zu einem tollwütigen oder tollwutverdächtigen Tier, sieht die Verordnung drastische behördliche Maßnahmen vor. Ein geimpfter Hund darf in diesem Fall unter amtlicher Beobachtung zu Hause bleiben.
  • Eingeschleppte Fälle: Dass das Risiko nicht rein theoretisch ist, zeigt ein Fall, über den die StIKo Vet im März 2026 berichtete: Ein illegal aus Russland eingeführter Hund erkrankte in Rheinland-Pfalz an Tollwut. Deutschlands Status als tollwutfrei blieb davon unberührt.

Die Tollwutimpfung wird nach Herstellerangabe in der Regel alle drei Jahre wiederholt. Welcher Abstand für Ihren Hund gilt, steht im Heimtierausweis.

Nebenwirkungen: ehrlich eingeordnet

Jede Impfung ist ein Eingriff, und wie bei jedem Arzneimittel können unerwünschte Wirkungen auftreten. Die internationale Impfleitlinie des Weltverbands der Kleintiermediziner (WSAVA, 2024) beschreibt die häufigsten Reaktionen so: Schmerz oder eine kleine Schwellung an der Einstichstelle sowie leichte Allgemeinreaktionen wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, leichtes Fieber oder einmaliges Erbrechen. Diese Reaktionen klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.

Seltener sind allergische Reaktionen wie Quaddeln oder eine geschwollene Schnauze, sehr selten ein allergischer Schock (Anaphylaxie). Eine von der WSAVA zitierte Auswertung aus Japan zeigte, dass die meisten Impfreaktionen innerhalb von zwölf Stunden auftraten, schwere allergische Reaktionen fast immer innerhalb der ersten Stunde. Nach einer großen US-Studie haben kleine Hunde, die mehrere Impfstoffe an einem Termin bekommen, ein etwas höheres Risiko für Sofortreaktionen. Das ist ein guter Grund, bei kleinen Hunden mit der Praxis über die Verteilung der Impfungen zu sprechen.

Was in impfkritischen Texten oft fehlt, ist die Gegenrechnung: Parvovirose, Staupe und Leptospirose sind schwere, teils tödliche Erkrankungen, und dass sie bei uns selten geworden sind, ist gerade eine Folge des Impfens. Die StIKo Vet zieht daraus nicht den Schluss, möglichst viel zu impfen, sondern möglichst gezielt: so oft wie nötig, gegen das, wogegen der einzelne Hund tatsächlich Schutz braucht.

Verdacht auf eine Impfreaktion melden

In Deutschland sammelt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) alle Meldungen zu unerwünschten Wirkungen von Tierimpfstoffen. Melden kann nicht nur die Tierarztpraxis, sondern auch Sie selbst – über das Meldeportal des Paul-Ehrlich-Instituts. Jede Meldung hilft, seltene Risiken früh zu erkennen. Lassen Sie eine Reaktion außerdem im Impfpass vermerken, damit sie beim nächsten Termin berücksichtigt wird.

Gestromte Französische Bulldogge liegt auf der Seite, eine Person im weißen Kittel hebt eine Hautfalte am Rücken an und setzt eine Spritze
Die meisten Hundeimpfungen werden unter die Haut gespritzt.

So bereiten Sie das Impfgespräch vor

Die StIKo Vet betont, dass vor jeder Impfung ein Gespräch und eine Untersuchung stehen, aus denen ein individueller Impfplan entsteht. Sie können viel dazu beitragen, dass dieses Gespräch gut wird:

  1. Impfpass oder Heimtierausweis mitbringen, auch den vom Züchter oder Tierschutzverein.
  2. Den Alltag Ihres Hundes beschreiben: Hundeschule, Pension, Hundewiese, Jagd, Baden in Seen, Waldspaziergänge.
  3. Reisepläne nennen, auch für die kommenden Monate – wegen Tollwut, Leishmaniose und der Wartefrist.
  4. Frühere Reaktionen ansprechen, auch wenn sie mild waren.
  5. Gezielt fragen: Gegen was wird heute geimpft? Ist die Leptospirose-Komponente ein Vierfach-Impfstoff? Wann ist die nächste Impfung fällig? Wäre für uns eine Titerbestimmung sinnvoll?

Ein gesunder Hund ist die Voraussetzung für einen guten Impferfolg. Hat Ihr Hund gerade Durchfall, Fieber oder bekommt Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, sagen Sie das bitte vorher. Die Impfung wird dann oft verschoben. Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zu einer guten Grundverfassung bei; mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag über hochwertiges Hundefutter.

Eine zweite Perspektive auf die Frage, welche Impfungen im Hundealltag wirklich nötig sind, bietet der Ratgeber Hunde impfen auf modern-dogs.de.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, wenn Ihr Hund nach einer Impfung

  • Atemnot hat, stark hechelt oder blasse Schleimhäute zeigt,
  • eine geschwollene Schnauze, geschwollene Augenlider oder Quaddeln am Körper bekommt,
  • wiederholt erbricht, Durchfall hat oder zusammenbricht.

Diese Anzeichen treten meist in den ersten Minuten bis Stunden auf. Wenn Ihr Hund schon einmal auf eine Impfung reagiert hat, fragen Sie, ob Sie nach der Impfung noch eine Weile in der Praxis bleiben sollen, und planen Sie den Termin so, dass Sie danach zu Hause sind und ihn beobachten können.

Innerhalb von ein bis zwei Tagen sollten Sie die Praxis kontaktieren, wenn die Müdigkeit oder das Fieber länger als zwei Tage anhält oder die Schwellung an der Einstichstelle größer wird statt kleiner.

Unabhängig von der Impfung gilt: Ein Welpe mit Erbrechen und Durchfall – besonders mit Blut im Kot – gehört noch am selben Tag in die Praxis, denn dahinter kann eine Parvovirose stecken. Für kleinere Notfälle unterwegs hilft eine gut bestückte Hausapotheke für Hunde, sie ersetzt aber nie den Tierarzt.

Gut geschützt, aber nicht überimpft

Das Impfen von Hunden ist in den letzten Jahren deutlich gezielter geworden. Statt einer jährlichen Rundum-Impfung gibt es heute einen klaren Plan: eine sorgfältige Grundimmunisierung im ersten Lebensjahr, danach Leptospirose jährlich und Parvovirose und Staupe alle drei Jahre oder nach Titer. Dazu kommen einzelne Impfungen, wenn der Alltag Ihres Hundes sie nahelegt. Wer diese Logik kennt, kann in der Tierarztpraxis die richtigen Fragen stellen – und weder aus Angst vor Nebenwirkungen auf wichtigen Schutz verzichten noch mehr impfen lassen, als sein Hund braucht.

Quellen und weiterführende Informationen (7)
  1. StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut: Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 6. Auflage, Stand 06.01.2025
  2. StIKo Vet: Leitlinien und Empfehlungen (Übersicht)
  3. StIKo Vet: Stellungnahme zur Impfung nach Antikörperbestimmungen (18.10.2017)
  4. StIKo Vet: Tollwut in Rheinland-Pfalz aufgetreten (02.03.2026)
  5. Europäische Union, Ihr Europa: Reisen mit Haustieren in der EU
  6. WSAVA Vaccination Guidelines Group: 2024 guidelines for the vaccination of dogs and cats
  7. Paul-Ehrlich-Institut: Meldeformulare und Online-Meldung unerwünschter Wirkungen

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