Worauf der Check beruht
Grundlage ist die ESCCAP-Empfehlung Nr. 1 zur Bekämpfung von Würmern in der deutschen Fassung vom August 2025. ESCCAP ist der europäische Fachverband von Tierärzten und Parasitologen; an der deutschen Fassung haben unter anderem die Bundestierärztekammer und der Bundesverband Praktizierender Tierärzte mitgewirkt. Der Grundgedanke: nicht nach Schema F entwurmen, sondern nach dem Risiko des einzelnen Tieres. Der Check bildet die Entscheidungsschemata für Hunde und Katzen nach und ergänzt die besonderen Lebenslagen aus den Tabellen der Empfehlung.
Die Risikogruppen
Die Zahlen bedeuten Behandlungen – oder gleich oft eine Kotuntersuchung mit Behandlung nach Befund – pro Jahr.
| Gruppe | Typisches Tier | Empfehlung nach ESCCAP |
|---|---|---|
| Hund A | nur drinnen oder Auslauf ohne Kontakt zu anderen Hunden, Parks, Rohfleisch, Schnecken oder Beutetieren | 1–2 × gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchung |
| Hund B | Kontakt zu anderen Hunden und Parks, jagt nicht, frisst keine Schnecken | 4 × gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchung |
| Hund C | frisst Schnecken oder Gras, hat Kontakt zu Schnecken | 4–12 × gegen Rundwürmer und Lungenwürmer oder Kotuntersuchung; 4–12 × gegen Bandwürmer |
| Hund D | oft unbeaufsichtigt, jagt, frisst Beutetiere, Schlachtabfälle oder rohes Fleisch | 4–12 × gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchung; 12 × gegen Bandwürmer |
| Katze A | Wohnungskatze, auch mit eingezäuntem Auslauf | 1–2 × gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchung |
| Katze B | Freigänger, Jagen nicht ausgeschlossen | 4–12 × gegen Rundwürmer oder Kotuntersuchung; 4–12 × gegen Bandwürmer |
Kann das Risiko nicht sicher eingeschätzt werden, rät ESCCAP zu mindestens vier Entwurmungen oder Kotuntersuchungen im Jahr. Studien zufolge schützen 1–3 Entwurmungen jährlich nicht ausreichend. Deshalb wertet der Check „Weiß nicht“ vorsichtig.
Kotuntersuchung statt Wurmkur?
Gegen Spul- und Hakenwürmer ist eine regelmäßige Kotuntersuchung für Hunde der Gruppen A bis C und Katzen beider Gruppen eine gute Alternative – wenn sie genauso oft stattfindet wie die empfohlene Entwurmung, beim Hund mindestens einmal im Jahr. Ein negatives Ergebnis beweist aber nicht, dass das Tier wurmfrei ist, weil Würmer nicht ständig Eier ausscheiden. Bandwürmer, vor allem der Fuchsbandwurm, werden im Kot schlecht erkannt. Für jagende Hunde ersetzt die Kotprobe die Bandwurmbehandlung deshalb nicht.
Zwei Sonderfälle
Fuchsbandwurm: Er ist für den Menschen gefährlich. Hunde, die Mäuse oder andere kleine Beutetiere fressen können, sollen laut ESCCAP monatlich gegen Bandwürmer behandelt werden. Katzen sind ungeeignetere Wirte; ob ein Freigänger, der regelmäßig Mäuse frisst, monatlich behandelt wird, entscheiden Sie mit der Praxis.
Lungenwurm: Hunde stecken sich über Schnecken an – auch über Schneckenschleim an Gras oder Spielzeug. Je nachdem, wie viel Kontakt besteht, kann eine monatliche vorbeugende Behandlung angezeigt sein. Für Katzen, die Schnecken fressen oder Vögel und Mäuse jagen, nennt ESCCAP eine ganzjährige Vorbeugung gegen Lungenwürmer.
Welpen und Kitten
Hundewelpen werden laut ESCCAP erstmals mit 2 Wochen behandelt, dann alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach der letzten Muttermilch (2-2-2-Schema). Katzenwelpen beginnen mit 3 Wochen, dann alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen (3-2-2-Schema). Die säugende Mutter wird bei der ersten Behandlung der Jungen mitbehandelt. Bei weiter erhöhtem Risiko, etwa in Welpengruppen oder mit Freigang, folgen monatliche Behandlungen bis zum sechsten Lebensmonat.
Was der Check nicht kann
Er nennt bewusst keine Mittel und keine Mengen – die hängen vom Präparat, vom Gewicht und von der Gesundheit Ihres Tieres ab. ESCCAP betont selbst, dass Entwurmungen immer auf tierärztlichen Rat erfolgen sollen. Nehmen Sie das Ergebnis als Gesprächsgrundlage mit in die Praxis. Mehr Hintergrund finden Sie im Ratgeber Wurmkur bei Hund und Katze.
Wann Sie die Praxis anrufen sollten
Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie Würmer oder reiskornartige Bandwurmglieder im Kot sehen, bei wiederkehrendem Durchfall, Gewichtsverlust oder einem aufgetriebenen Bauch beim Welpen. Schnell handeln sollten Sie bei Husten, Atemnot, auffälliger Müdigkeit oder ungewöhnlichen Blutungen – besonders bei Hunden, die Schnecken fressen. Dahinter kann ein Lungenwurm stecken. Außerhalb der Sprechzeiten hilft die Notdienst-Suche.