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heiltierarzt.deRatgeber für Hund & Katze

Fachbegriffe verständlich

Von Anamnese bis Zoonose: Begriffe aus der Tierarztpraxis in einfachen Worten.

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120 Begriffe

A

Abszess

Eine abgekapselte Eiteransammlung im Gewebe, oft nach Biss- oder Kratzverletzungen. Bei Katzen entstehen Abszesse häufig nach Revierkämpfen.

Adipositas

Fachwort für starkes Übergewicht, bei dem sich so viel Fett eingelagert hat, dass es die Gesundheit beeinträchtigen kann. Tierärzte beurteilen es mit dem Body Condition Score (BCS).

Auch: Fettleibigkeit, Übergewicht

Akut

Plötzlich auftretend und meist rasch verlaufend – das Gegenteil von chronisch.

Albumin

Ein Eiweiß im Blut, das vor allem in der Leber gebildet wird. Der Wert gibt Hinweise auf Eiweißverluste, etwa über Darm oder Nieren, und auf die Leberfunktion.

Alkalische Phosphatase (AP)

Ein Enzym, das unter anderem in Leber, Gallenwegen und Knochen vorkommt. Im Blutbild gehört es zu den sogenannten Leberwerten; bei jungen, wachsenden Tieren ist es oft höher.

Auch: AP, ALP, Leberwerte

Allergie

Eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben, Flohspeichel oder bestimmte Futterbestandteile. Häufigste Folge bei Hund und Katze ist Juckreiz.

Auch: Allergen

ALT (GPT)

Die Alanin-Aminotransferase ist ein Enzym, das vor allem in Leberzellen vorkommt. Ein erhöhter Blutwert kann darauf hinweisen, dass Leberzellen geschädigt werden. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: GPT, Alanin-Aminotransferase, Leberwerte

Anämie

Blutarmut: zu wenige rote Blutkörperchen oder zu wenig roter Blutfarbstoff. Typische Zeichen sind blasse Schleimhäute, Schwäche und schnelle Ermüdung.

Auch: Blutarmut

Anamnese

Die Vorgeschichte eines Tieres, die die Praxis im Gespräch erfragt: Was ist aufgefallen, seit wann, was frisst das Tier, welche Medikamente bekommt es? Eine gute Anamnese ist oft der wichtigste Schritt zur Diagnose.

Anästhesie

Die Ausschaltung von Schmerzempfinden – als Vollnarkose für das ganze Tier oder als örtliche Betäubung einer Körperregion.

Auch: Narkose, Betäubung

Antibiotikum

Ein Arzneimittel gegen Bakterien. Gegen Viren wirkt es nicht. Damit Resistenzen möglichst nicht entstehen, sollen Antibiotika gezielt eingesetzt und so lange gegeben werden, wie die Praxis es verordnet.

Auch: Antibiotika

Antikörper

Eiweiße, die das Immunsystem bildet, um Krankheitserreger gezielt zu erkennen und zu bekämpfen. Impfungen regen die Bildung von Antikörpern an.

Antikörpertiter

Die im Blut gemessene Menge bestimmter Antikörper. Bei einigen Hundeimpfungen kann eine solche Titerbestimmung die Entscheidung über die nächste Wiederholungsimpfung stützen.

Auch: Titer, Titerbestimmung

Arthrose

Eine fortschreitende, verschleißbedingte Gelenkerkrankung, bei der der Gelenkknorpel abgebaut wird. Sie ist häufig bei älteren und übergewichtigen Tieren und äußert sich durch Steifheit und Lahmheit.

Aszites

Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle, die den Bauch sichtbar anschwellen lässt. Ursachen können etwa Herz-, Leber- oder Eiweißmangelerkrankungen sein.

Auch: Bauchwassersucht

Atopische Dermatitis

Eine erblich mitbedingte, allergische Hauterkrankung, meist gegen Umweltallergene wie Pollen oder Hausstaubmilben. Sie verursacht wiederkehrenden Juckreiz, oft an Pfoten, Achseln und im Gesicht.

Auch: Atopie

Auskultation

Das Abhören von Herz, Lunge oder Darm mit dem Stethoskop.

Autoimmunerkrankung

Eine Erkrankung, bei der das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift, zum Beispiel die roten Blutkörperchen oder die Haut.

B

BARF

Abkürzung für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“: eine Fütterung mit rohem Fleisch, Innereien, Knochen und Gemüse. Sie braucht eine sorgfältige Rationsplanung und Hygiene.

Auch: Rohfütterung

BCS (Body Condition Score)

Ein Punktesystem, mit dem Tierärzte die Figur beurteilen. Nach der verbreiteten Neun-Punkte-Skala der WSAVA gelten 4 bis 5 als ideal; bewertet werden vor allem Rippen, Taille und Bauchlinie.

Auch: Body Condition Score, Körperkonditionsindex

Bilirubin

Ein gelber Farbstoff, der beim Abbau des roten Blutfarbstoffs entsteht und über die Leber ausgeschieden wird. Steigt er stark an, färben sich Haut und Schleimhäute gelb (Ikterus).

Biopsie

Die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe, die anschließend unter dem Mikroskop untersucht wird – etwa um eine Geschwulst einzuordnen.

Blutbild

Die Untersuchung der Blutzellen: rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und Blutplättchen. Beim großen Blutbild werden die weißen Blutkörperchen zusätzlich nach Arten unterschieden. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: großes Blutbild, kleines Blutbild, Hämatologie

Blutzucker

Der Gehalt an Traubenzucker (Glukose) im Blut. Er wird vor allem bei Verdacht auf Diabetes mellitus gemessen; bei Katzen kann Stress in der Praxis den Wert vorübergehend erhöhen.

Auch: Glukose

Brachyzephalie

Kurzköpfigkeit, wie sie bei Rassen wie Mops, Französischer Bulldogge oder Perserkatze gezüchtet wird. Enge Atemwege führen bei vielen dieser Tiere zu Atemproblemen und erhöhter Hitzeempfindlichkeit.

Auch: kurzköpfig, brachyzephal, BOAS

C

Chronisch

Langsam entstehend und lange andauernd oder immer wiederkehrend – das Gegenteil von akut.

CNE (chronische Nierenerkrankung)

Ein über Monate bis Jahre fortschreitender Verlust der Nierenfunktion, besonders häufig bei älteren Katzen. Englisch heißt sie CKD (chronic kidney disease); früher sprach man meist von chronischer Niereninsuffizienz (CNI).

Auch: CKD, CNI, Niereninsuffizienz, Nierenerkrankung

Core-Impfung

Impfungen gegen Krankheiten, vor denen jedes Tier zu jeder Zeit geschützt sein sollte. Beim Hund zählen nach der StIKo Vet Parvovirose, Staupe und Leptospirose dazu, bei der Katze Katzenseuche und Katzenschnupfen.

Auch: Pflichtimpfung, Core-Komponenten

Cushing-Syndrom

Eine Hormonerkrankung, bei der der Körper dauerhaft zu viel Cortisol bildet (Hyperadrenokortizismus). Typisch beim älteren Hund sind viel Durst, viel Urin, großer Appetit und ein Hängebauch.

Auch: Hyperadrenokortizismus, Morbus Cushing

D

Dehydratation

Austrocknung durch Flüssigkeitsmangel, etwa bei Durchfall, Erbrechen oder Fieber. Zeichen sind trockene Schleimhäute, eingesunkene Augen und eine stehenbleibende Hautfalte.

Auch: Austrocknung, Exsikkose

Diabetes mellitus

Zuckerkrankheit: Der Körper bildet zu wenig Insulin oder spricht nicht ausreichend darauf an, sodass der Blutzucker dauerhaft zu hoch ist. Typische Zeichen sind viel Durst, viel Urin und Gewichtsverlust trotz Appetit.

Auch: Zuckerkrankheit

Diagnose

Die Feststellung einer Krankheit durch die Tierärztin oder den Tierarzt – auf Grundlage von Anamnese, Untersuchung und gegebenenfalls weiteren Tests.

Diarrhö

Fachwort für Durchfall: häufiger Absatz von weichem bis wässrigem Kot.

Auch: Durchfall, Diarrhoe

Differenzialdiagnose

Die Liste der Erkrankungen, die für bestimmte Anzeichen ebenfalls infrage kommen und durch weitere Untersuchungen ausgeschlossen oder bestätigt werden müssen.

Auch: DD

Dyspnoe

Atemnot: erschwerte, angestrengte Atmung. Bei Hund und Katze immer ein Grund, sofort die Praxis oder den Notdienst anzurufen.

Auch: Atemnot

E

EKG

Das Elektrokardiogramm zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und zeigt vor allem Herzrhythmusstörungen.

Auch: Elektrokardiogramm

Elektrolyte

Im Blut gelöste Salze wie Natrium, Kalium, Chlorid und Calcium. Sie sind für Nerven, Muskeln und den Wasserhaushalt wichtig und können bei Erbrechen, Durchfall oder Nierenerkrankungen entgleisen.

Endoskopie

Eine Untersuchung mit einer dünnen Kamera, die zum Beispiel in Magen oder Darm eingeführt wird. Beim Tier geschieht das in Narkose; dabei lassen sich auch Gewebeproben entnehmen oder Fremdkörper bergen.

Enteritis

Entzündung des Darms, meist mit Durchfall. Ist auch der Magen betroffen, spricht man von Gastroenteritis.

Auch: Gastroenteritis, Darmentzündung

Eosinophile

Eine Unterart der weißen Blutkörperchen. Sie sind unter anderem an allergischen Reaktionen und an der Abwehr von Parasiten beteiligt. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: eosinophile Granulozyten

Epilepsie

Eine Erkrankung mit wiederkehrenden Krampfanfällen, die vom Gehirn ausgehen. Ein Anfall, der länger als wenige Minuten dauert oder mehrere Anfälle hintereinander sind ein Notfall.

Auch: Krampfanfall, epileptischer Anfall

Erythrozyten

Rote Blutkörperchen. Sie transportieren mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin den Sauerstoff im Körper. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: rote Blutkörperchen, RBC

EU-Heimtierausweis

Das Dokument, in dem unter anderem Mikrochip-Nummer und Tollwutimpfung eingetragen sind. Er ist für Reisen mit Hund, Katze oder Frettchen innerhalb der EU vorgeschrieben.

Auch: Heimtierausweis, EU-Pass

Euthanasie

Das schmerzlose Einschläfern eines Tieres durch die Tierärztin oder den Tierarzt, wenn ein Weiterleben nur mit nicht behebbarem Leid möglich wäre.

Auch: Einschläfern

F

FeLV

Das Feline Leukämievirus verursacht die Katzenleukose, eine unheilbare Viruserkrankung der Katze. Die Impfung wird vor allem Freigängern empfohlen, vorher sollte auf eine bestehende Infektion getestet werden.

Auch: Leukose, Katzenleukose, Felines Leukämievirus

Fieber

Eine erhöhte Körpertemperatur, die der Körper aktiv einstellt, meist als Reaktion auf eine Infektion oder Entzündung. Die Normalwerte finden Sie auf unserer Seite mit den Normalwerten.

FIP

Die Feline Infektiöse Peritonitis ist eine schwere Erkrankung der Katze, die entsteht, wenn sich ein im Darm meist harmloses felines Coronavirus im Körper verändert.

Auch: Feline Infektiöse Peritonitis

FIV

Das Feline Immunschwächevirus, auch „Katzen-Aids“ genannt, schwächt über Jahre das Immunsystem der Katze. Es wird vor allem durch Bisse übertragen und ist für Menschen nicht ansteckend.

Auch: Katzenaids, Felines Immunschwächevirus

FORL

Alte Bezeichnung für Zahnresorptionen bei Katzen (feline odontoklastische resorptive Läsionen): Zahnsubstanz wird von körpereigenen Zellen abgebaut. Die Zähne sind oft schmerzhaft, was Katzen gut verbergen; sicher erkennen lässt es sich nur mit Zahnröntgen.

Auch: Zahnresorption, TR, Resorptive Läsion

Futtermittelallergie

Eine Allergie gegen einen Futterbestandteil, meist ein Eiweiß. Nachweisen lässt sie sich nur mit einer mehrwöchigen Ausschlussdiät, nicht zuverlässig mit einem Bluttest.

Auch: Futtermittelunverträglichkeit, Ausschlussdiät, Eliminationsdiät

G

Gastritis

Entzündung der Magenschleimhaut. Typisch sind Erbrechen, Fressunlust und Bauchschmerzen.

Auch: Magenschleimhautentzündung

Giardien

Einzellige Darmparasiten, die vor allem bei jungen Hunden und Katzen Durchfall auslösen. Sie werden über Kot und verunreinigtes Wasser übertragen und können auch Menschen befallen.

Auch: Giardiose, Giardia

Gingivitis

Entzündung des Zahnfleischs, meist durch Zahnbeläge. Unbehandelt kann sie in eine Parodontitis übergehen, die den Zahnhalteapparat angreift.

Auch: Zahnfleischentzündung

Grundimmunisierung

Die ersten Impfungen im Welpen- oder Kittenalter, die einen belastbaren Impfschutz aufbauen. Erst danach folgen die Wiederholungsimpfungen in größeren Abständen.

H

Hämatokrit

Der Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen, angegeben in Prozent. Er zeigt vor allem, ob eine Blutarmut vorliegt oder das Blut durch Flüssigkeitsverlust eingedickt ist. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: HKT, Packed Cell Volume, PCV

Hämoglobin

Der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen, der Sauerstoff bindet und transportiert. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Hb

Harnstoff

Ein Abbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, das über die Nieren ausgeschieden wird. Der Blutwert steigt bei eingeschränkter Nierenfunktion, aber zum Beispiel auch nach eiweißreicher Mahlzeit oder bei Flüssigkeitsmangel. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Urea, BUN

Hepatitis contagiosa canis (HCC)

Die ansteckende Leberentzündung des Hundes, ausgelöst durch ein Adenovirus. Sie ist in Westeuropa durch jahrzehntelanges Impfen sehr selten geworden.

Auch: HCC, ansteckende Leberentzündung, Adenovirus

Herzgeräusch

Ein zusätzliches Geräusch beim Abhören des Herzens, das durch Wirbel im Blutstrom entsteht – etwa bei undichten Herzklappen. Nicht jedes Herzgeräusch bedeutet eine Herzerkrankung; die Praxis entscheidet, ob weitere Untersuchungen nötig sind.

Hitzschlag

Eine lebensbedrohliche Überhitzung, bei der der Körper die Temperatur nicht mehr regulieren kann. Erst kühlen, dann transportieren – und sofort die Praxis anrufen.

Auch: Hitzeschlag, Überhitzung

Homöopathie

Eine Behandlungsmethode, bei der stark verdünnte Substanzen gegeben werden. Eine Wirkung über den Placeboeffekt hinaus ist wissenschaftlich nicht belegt.

Auch: Globuli

Hüftgelenksdysplasie (HD)

Eine erblich mitbedingte Fehlentwicklung des Hüftgelenks, vor allem bei großen Hunderassen. Sie begünstigt früh auftretende Arthrose.

Auch: HD, Hüftdysplasie

Hyperthyreose

Schilddrüsenüberfunktion. Typisch bei älteren Katzen: Gewichtsverlust trotz großem Appetit, Unruhe, viel Durst.

Auch: Schilddrüsenüberfunktion

Hypothyreose

Schilddrüsenunterfunktion, vor allem beim Hund. Typisch sind Trägheit, Gewichtszunahme und Fellprobleme.

Auch: Schilddrüsenunterfunktion

I

Idiopathisch

Ohne erkennbare Ursache. Der Begriff wird verwendet, wenn andere Ursachen durch Untersuchungen ausgeschlossen wurden.

Ikterus

Gelbsucht: Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten und dem Weiß der Augen durch einen erhöhten Bilirubinspiegel.

Auch: Gelbsucht

Impfreaktion

Vorübergehende Beschwerden nach einer Impfung, etwa Müdigkeit oder eine Schwellung an der Einstichstelle. Ungewöhnliche oder starke Reaktionen sollten Sie der Praxis melden.

Auch: Impfnebenwirkung

Infusion

Die Gabe von Flüssigkeit, Salzen oder Medikamenten über eine Vene, meist über einen Venenkatheter – etwa bei Austrocknung oder zur Unterstützung der Nieren.

Auch: Tropf

IRIS-Stadium

Die International Renal Interest Society teilt die chronische Nierenerkrankung bei Hund und Katze in vier Stadien ein, vor allem nach den Blutwerten Kreatinin und SDMA. Zusätzlich werden Eiweiß im Urin und Blutdruck bewertet.

Auch: IRIS, Nierenstadium

K

Kapilläre Rückfüllzeit

Die Zeit, bis sich das Zahnfleisch nach kurzem Fingerdruck wieder rosa färbt. Laut MSD-Manual sind 1–2 Sekunden normal; länger spricht für eine schlechte Durchblutung.

Auch: KFZ, CRT, Rückfüllzeit

Kastration

Die operative Entfernung der Keimdrüsen, also der Hoden beim Rüden oder Kater und der Eierstöcke (gegebenenfalls mit Gebärmutter) bei der Hündin oder Katze. Danach werden keine Geschlechtshormone mehr aus den Keimdrüsen gebildet.

Auch: kastrieren

Katzenschnupfen

Sammelbegriff für ansteckende Infektionen der oberen Atemwege und Augen bei Katzen, vor allem durch Herpes- und Caliciviren. Die Impfung dagegen gehört zu den Core-Impfungen.

Auch: Katzenschnupfenkomplex, Herpesvirus, Calicivirus

Katzenseuche

Eine schwere, oft tödliche Viruserkrankung der Katze (Panleukopenie), ausgelöst durch das Feline Parvovirus. Jede Katze sollte dagegen geimpft sein, auch reine Wohnungskatzen.

Auch: Panleukopenie, Felines Parvovirus

Kontraindikation

Ein Umstand, unter dem ein Medikament oder eine Behandlung nicht angewendet werden darf, etwa eine bestimmte Vorerkrankung oder Tierart.

Auch: kontraindiziert, Gegenanzeige

Kotprobe

Eine Stuhlprobe, die im Labor auf Wurmeier, Einzeller oder Krankheitserreger untersucht wird. Meist wird Kot von mehreren Tagen gesammelt, weil Wurmeier nicht ständig ausgeschieden werden.

Auch: Kotuntersuchung, Sammelkotprobe

Kreatinin

Ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels, das fast nur über die Nieren ausgeschieden wird. Der Blutwert dient deshalb als Maß für die Nierenfunktion; er hängt aber auch von der Muskelmasse ab. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Creatinin, Crea

Kryptorchismus

Ein oder beide Hoden sind nicht in den Hodensack abgestiegen, sondern in Bauchhöhle oder Leistenkanal verblieben.

Auch: Hodenhochstand, Kryptorchide

L

Leberwerte

Sammelbegriff für Blutwerte, die Hinweise auf Leber und Gallenwege geben, zum Beispiel ALT, AP und Bilirubin. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Leberenzyme

Leishmaniose

Eine von Sandmücken übertragene, schwere Infektionskrankheit, die vor allem im Mittelmeerraum vorkommt. Sie ist beim Hund meist nicht heilbar und spielt bei Reisen und Tieren aus dem Ausland eine Rolle.

Auch: Mittelmeerkrankheit, Reisekrankheit

Leptospirose

Eine bakterielle Infektion, die vor allem über den Urin von Nagetieren und verunreinigtes Wasser übertragen wird und Nieren und Leber schädigen kann. Sie ist eine Zoonose; die Impfung gehört beim Hund zu den Core-Impfungen.

Auch: Leptospiren

Leukozyten

Weiße Blutkörperchen, die der Abwehr von Krankheitserregern dienen. Ihre Zahl verändert sich unter anderem bei Infektionen, Entzündungen und Stress. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: weiße Blutkörperchen, WBC

Lipase

Ein Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse. Spezielle Lipase-Tests im Blut werden bei Verdacht auf eine Bauchspeicheldrüsenentzündung eingesetzt. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Pankreaslipase, cPL, fPL

M

Magendrehung

Ein lebensbedrohlicher Notfall vor allem großer Hunde: Der mit Gas gefüllte Magen dreht sich um die eigene Achse. Typisch sind erfolgloses Würgen, ein aufgeblähter Bauch und große Unruhe.

Auch: Magentorsion, GDV

MDR1-Defekt

Ein erblicher Gendefekt, der vor allem bei Collies, Australian Shepherds und anderen Hütehunden vorkommt. Betroffene Hunde reagieren auf bestimmte Arzneimittel, etwa einige Wurmmittel und das Durchfallmittel Loperamid, sehr empfindlich.

Auch: ABCB1-Defekt, Ivermectin-Empfindlichkeit

Mikrochip

Ein reiskorngroßer Transponder, der unter die Haut gesetzt wird und eine Nummer zur eindeutigen Kennzeichnung trägt. Für Reisen in der EU ist er vorgeschrieben; die Nummer sollte in einem Haustierregister eingetragen sein.

Auch: Transponder, Chip

N

Narkose

Ein künstlich herbeigeführter, schlafähnlicher Zustand ohne Schmerzempfinden, in dem Operationen und manche Untersuchungen möglich sind. Vorher muss das Tier in der Regel nüchtern sein.

Auch: Vollnarkose, Anästhesie

Nierenwerte

Sammelbegriff für Blutwerte, die Hinweise auf die Nierenfunktion geben, vor allem Kreatinin, SDMA und Harnstoff. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Nierenfunktion

Non-Core-Impfung

Impfungen, die nur unter bestimmten Bedingungen empfohlen werden – etwa bei viel Kontakt zu anderen Tieren, Freigang, Reisen oder Zucht. Beispiele sind Zwingerhusten beim Hund und Leukose bei der Katze.

Auch: Wahlimpfung, Non-Core-Komponenten

O

Obstipation

Verstopfung: seltener, erschwerter Kotabsatz mit hartem Kot. Bei Katzen kann eine schwere Verstopfung mit Pressen leicht mit einem Harnabsatzproblem verwechselt werden.

Auch: Verstopfung

Otitis

Entzündung des Ohres, meist des äußeren Gehörgangs (Otitis externa). Zeichen sind Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, Geruch und Ausfluss.

Auch: Ohrenentzündung, Otitis externa

P

Palpation

Das Abtasten des Körpers mit den Händen, zum Beispiel des Bauches oder der Lymphknoten.

Pankreatitis

Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Beim Hund wird sie mit sehr fettreichem Futter in Verbindung gebracht; typisch sind Erbrechen, Bauchschmerzen und Fressunlust.

Auch: Bauchspeicheldrüsenentzündung

Parasiten

Lebewesen, die auf oder in einem anderen Lebewesen leben und sich von ihm ernähren – bei Hund und Katze etwa Würmer, Flöhe, Zecken, Milben oder Giardien.

Auch: Ektoparasiten, Endoparasiten

Parodontitis

Entzündung des Zahnhalteapparats, meist als Folge von Zahnbelag und Zahnfleischentzündung. Sie ist bei älteren Hunden und Katzen sehr häufig und kann zum Zahnverlust führen.

Auch: Parodontose, Zahnfleischrückgang

Parvovirose

Eine hochansteckende, oft tödliche Viruserkrankung des Hundes mit schwerem, häufig blutigem Durchfall und Erbrechen, besonders gefährlich für Welpen. Die Impfung gehört zu den Core-Impfungen.

Auch: Parvo, Canines Parvovirus

Phosphat

Ein Mineralstoff im Blut, der mit Calcium den Knochenstoffwechsel steuert. Bei Nierenerkrankungen wird er schlechter ausgeschieden, weshalb Nierendiäten phosphatarm sind. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Phosphor

Polydipsie

Vermehrtes Trinken. Beim Hund spricht die Fachliteratur ab mehr als 100 ml pro kg Körpergewicht am Tag davon.

Auch: viel trinken, PU/PD

Polyurie

Vermehrter Harnabsatz, also größere Urinmengen als üblich. Meist tritt sie zusammen mit vermehrtem Trinken auf (PU/PD).

Auch: viel Urin, PU/PD

Prophylaxe

Vorbeugung, zum Beispiel durch Impfungen, Entwurmung oder Zahnpflege.

Auch: Vorsorge

Pyometra

Eine eitrige Entzündung der Gebärmutter bei nicht kastrierten Hündinnen und Katzen, meist einige Wochen nach der Läufigkeit. Sie ist ohne Behandlung lebensgefährlich.

Auch: Gebärmuttervereiterung

R

Röntgen

Ein bildgebendes Verfahren mit Röntgenstrahlen, besonders geeignet für Knochen, Lunge, Herzgröße und manche Fremdkörper.

Auch: Röntgenaufnahme

S

SDMA

Symmetrisches Dimethylarginin: ein Blutwert, der wie Kreatinin über die Nieren ausgeschieden wird und die Nierenfunktion widerspiegelt, aber weniger von der Muskelmasse abhängt. IRIS nutzt ihn ergänzend zur Einteilung der Nierenerkrankung. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Symmetrisches Dimethylarginin

Sedierung

Eine medikamentöse Beruhigung, bei der das Tier schläfrig und entspannt ist, aber nicht so tief wie in einer Narkose.

Auch: Sedation, Beruhigungsspritze

Staupe

Eine schwere Viruserkrankung des Hundes, die Atemwege, Darm und Nervensystem befallen kann. Die Impfung gehört zu den Core-Impfungen.

Auch: Hundestaupe, Canines Staupevirus

Sterilisation

Die Unterbrechung von Eileitern oder Samenleitern: Das Tier wird unfruchtbar, die Keimdrüsen bleiben aber erhalten und bilden weiter Hormone. Umgangssprachlich wird das Wort oft fälschlich für die Kastration der Hündin oder Katze verwendet.

T

T4

Thyroxin, das wichtigste Schilddrüsenhormon. Der Blutwert wird bei Verdacht auf eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion gemessen. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Thyroxin, Schilddrüsenwert, fT4

Tachykardie

Ein zu schneller Herzschlag. Er kann eine normale Reaktion auf Aufregung, Schmerz oder Bewegung sein, aber auch auf Kreislaufprobleme oder Herzerkrankungen hinweisen.

Auch: Herzrasen

Thrombozyten

Blutplättchen, die für die Blutgerinnung wichtig sind. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Blutplättchen, PLT

Tollwut

Eine tödliche Viruserkrankung des Nervensystems, die auf den Menschen übertragbar ist. Deutschland gilt seit 2008 offiziell als frei von der Fuchstollwut; für Reisen ist die Impfung dennoch vorgeschrieben.

Auch: Rabies

Tumor

Eine Gewebeschwellung oder Geschwulst. Tumoren können gutartig oder bösartig sein – das lässt sich meist nur durch eine Gewebeuntersuchung klären.

Auch: Geschwulst, Neoplasie, Krebs

U

Ultraschall

Ein bildgebendes Verfahren mit Schallwellen, besonders geeignet für Bauchorgane und das Herz (Herzultraschall). Es ist schmerzfrei; meist wird dafür etwas Fell geschoren.

Auch: Sonografie, Echokardiografie, Herzultraschall

Umwidmung

Wenn für eine Tierart und Erkrankung kein Tierarzneimittel zugelassen ist, dürfen Tierärzte unter bestimmten Bedingungen ein anderes Arzneimittel einsetzen – etwa eines für eine andere Tierart. Tierhalter selbst dürfen das nicht.

Auch: Off-Label, Kaskade

UPC

Das Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis zeigt, wie viel Eiweiß über die Nieren verloren geht. Es fließt unter anderem in die IRIS-Einteilung der Nierenerkrankung ein. Wie der Wert bei Ihrem Tier zu deuten ist, kann nur die Tierarztpraxis im Zusammenhang mit Untersuchung und weiteren Befunden beurteilen.

Auch: Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis, Proteinurie

Urinuntersuchung

Die Untersuchung des Harns im Labor, unter anderem auf Harndichte (spezifisches Gewicht), Eiweiß, Zucker, Blut, Kristalle und Bakterien.

Auch: Harnuntersuchung, Urinstatus, Harndichte, USG

V

Vektor

Ein Lebewesen, das Krankheitserreger überträgt, ohne selbst daran zu erkranken – etwa Zecken, Mücken oder Sandmücken. Man spricht dann von vektorübertragenen Krankheiten.

Auch: vektorübertragene Krankheiten, Überträger

Vomitus

Fachwort für Erbrechen.

Auch: Erbrechen, Emesis

Z

Zahnstein

Verkalkter Zahnbelag, der sich nicht mehr wegputzen lässt. Er wird in der Praxis unter Narkose entfernt; regelmäßiges Zähneputzen beugt vor.

Auch: Zahnreinigung, Plaque

Zoonose

Eine Krankheit, die zwischen Tieren und Menschen übertragen werden kann, etwa Tollwut, Leptospirose oder bestimmte Wurminfektionen.

Auch: Zoonosen

Zwingerhusten

Eine ansteckende Atemwegserkrankung des Hundes, an der mehrere Viren und Bakterien beteiligt sein können. Typisch ist trockener, würgender Husten, oft nach engem Kontakt mit anderen Hunden.

Auch: Canine infektiöse Tracheobronchitis, Hustenkomplex

Zyanose

Bläuliche Verfärbung von Schleimhäuten oder Zunge durch Sauerstoffmangel im Blut – ein Notfall.

Auch: blaue Schleimhäute

Fachsprache verstehen

In der Tierarztpraxis fallen viele Begriffe, die im Alltag kaum jemand benutzt – im Gespräch, im Befundbericht oder auf dem Laborausdruck. Dieses Glossar erklärt 120 davon in ein bis drei Sätzen: von Anamnese über Blutwerte wie Kreatinin und SDMA bis zu Abkürzungen wie BCS, CNE, FORL und IRIS. Wo es passt, verweisen wir auf einen ausführlichen Ratgeber.

Laborwerte: was gemessen wird – nicht, was er bei Ihrem Tier bedeutet

Bei Blutwerten beschreiben wir nur, was der Wert grob misst. Normbereiche nennen wir bewusst nicht: Sie unterscheiden sich je nach Labor, Messmethode und Tierart, und ein einzelner Wert außerhalb des Bereichs sagt ohne Untersuchung, Vorgeschichte und weitere Befunde wenig aus. Ein leicht erhöhter Wert kann bedeutungslos sein, ein Wert im Normbereich eine Erkrankung nicht ausschließen. Lassen Sie sich Ihren Befund deshalb von Ihrer Tierarztpraxis erklären – eine gute Frage ist: „Was bedeutet dieser Wert für mein Tier, und was machen wir jetzt?“

Ihr Begriff fehlt?

Das Glossar wächst. Wenn Sie einen Begriff vermissen, notieren Sie ihn sich für das nächste Gespräch in der Praxis. Für Notfälle nutzen Sie bitte nicht das Glossar, sondern die Notdienstsuche.

Quellen und Rechengrundlagen (10)
  1. MSD/Merck Veterinary Manual (Tierhalter): Common Laboratory Tests Used in Veterinary Medicine
  2. International Renal Interest Society (IRIS): Staging System
  3. StIKo Vet (Friedrich-Loeffler-Institut): Leitlinien, darunter die Leitlinie zur Impfung von Kleintieren
  4. WSAVA: Body Condition Score Hund und Katze (2025)
  5. MSD/Merck Veterinary Manual: Tooth Resorption in Small Animals
  6. MSD/Merck Veterinary Manual (Tierhalter): Introduction to Diseases Spread between Animals and People (Zoonoses)
  7. MSD/Merck Veterinary Manual (Tierhalter): Anemia in Dogs
  8. MSD/Merck Veterinary Manual (Tierhalter): Allergies in Dogs
  9. MSD/Merck Veterinary Manual: Parameters to Evaluate During Triage
  10. Henderson, Elwood (2003): Primary polydipsia in three dogs. J Small Anim Pract (Definition Polydipsie)

Stand: 26. September 2026